Die ersten Tage der Rundreise

17 11 2013

Der zweite Tag in Indien war schon wesentlich besser, ich wusste jetzt genau mich auf der Strasse zukommt… Ich bin durch die halbe Stadt gelaufen um ins National Museum zu gehen (ja ich war freiwillig in einem Museum!!!) und später bin ich mit der Metro nach Old Delhi gefahren. Bevor man die Metro allerdings benutzen kann muss man einen Sicherheitscheck wie am Flughafen über sich ergehen lassen -.-…
Old Delhi gefällt mir besser, es zeigt die Ursprünge von Delhi und es sind nicht soviele Gauner unterwegs, die einem ständig was aufschwätzen wollen.

Am Montag bin ich dann in den Stadtteil Karol Bagh in das Hotel Perfect umgezogen, da dort meine Gruppenrundreise gestartet ist. An dem Tag waren wir nur ein bisschen bummeln und abends zusammen essen.

Am Dienstag haben wir dann noch eine Sightseeingtour durch Old Delhi gemacht und abends gings dann weiter in den nächsten Ort – nach Bikaner. Und damit ging die Abenteuerreise los;)
Wir haben Dienstag abend um 23.35h den Nachtzug (3. Klasse, wir nehmen nur Verkehrsmittel die auch die meisten Inder benutzen) nach Bikaner genommen. Wir hatten einen Schlafwagen, d.h in einem Abteil gab es 2x 3 Hochbetten auf jeder Seite und gegenüber nochmal 2 Betten….also insgesamt 8 Mann in einem Abteil. Ich hatte zwar einen Platz ganz oben, aber trotzdem konnte ich mich nicht ausstrecken (ich bin einfach zu gross;). Hinsetzten ging natürlich auch nicht, na ja also versucht man trotzdem irgendwie sein Lager aufzubauen. Schlafsack, Schlafmaske und Ohrstöpsel waren im dieser Nacht echt gold wert…
Morgens muss man dann innerhalb ein paar Minuten fertig sein um den Zug zu verlassen und das kann jederzeit sein. Man weiss leider nie genau wann sie ankommen. Alles in allem eine sehr interessante Erfahrung:).
Wir sind dann in ein Hotel gefahren, wo wir duschen und frühstücken konnten. Nach einer kurzen Pause dort ging es um 11h weiter. Wir sind in einen 30 Minuten entfernten Ort gefahren, um dort unsere Kamelsafari zu starten.
16 Kamele und 2 ‚camel cars‘ für unsere Daypacks. Camel cars sind einfach nur Kamele mit einem Anhänger auf dem man sitzen oder Sachen transportieren kann.
Wir sind ca 1h geritten bis wir unseren ersten und letzten Rastplatz erreicht hatten. Ein paar Inder haben direkt in der Wüste ein leckeres Mittagessen für uns zubereitet. Naan, verschiedene Currys, Reis und eine Banane als Nachtisch. Und dann ging es 2 weitere Stunden quer durch die Wüste zu unserem Zeltplatz. Ich sag euch Kamelreiten ist echt anstrengend, das geht ganz schön auf den Hintern;).
Abends haben wir dann noch einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachtet und später mit Hilfe von 2 Kerzen ( es ist stockduster gewesen!!) unser Abendessen verzerrt.
Das Zeltdorf bestand aus 10 Zweierzelten zum Schlafen, einem Kochzelt und einem ‚Toilettenzelt‘. Um es anscheind ein bisschen ansprechender für uns zumachen stand eine richtige Toilette mitten in dem Zelt und das Rohr führte kurz hinters Zelt…als ‚Spülung‘ hat ein Eimer Wasser gedient:-). Jaaaa man macht hier einiges mit….!
Die Nacht im Zelt war eisig und ganz schön unbequem. Zwischendurch hab ich gedacht mein letztes Stündlein hat geschlagen und ich werde bestimmt erfriern sobald ich schlafe…
Morgens gabs ein kurzes Frühstück und dann ging es mit den camel cars zurück in die Stadt.

Nachmittags haben wir dann noch einen Ausflug zum ‚Red Temple‘ gemacht. Um hier in einen Tempel zu dürfen, muss man immer seine Schuhe ausziehen und sich vorher die Hände waschen. Hab ich natürlich gemacht und dann gings los. Nach den ersten paar Metern hab ich mich schon gewundert warum der Boden so dreckig ist. Man ist wie auf so kleinen Steimchen rumgelaufen. Und dann hab ich die ersten Ratten gesehen…einfach nur eklig! Na ja ich bin schnell dran vorbei, aber in dem Tempel waren ganz viele und dann kam raus, dass unser Guide auch den ‚Rat Temple‘ meinte….
Es hatte leider jeder falsch verstanden und so standen wir in einem Rattentempel…Ratten sind hier heilig.
Ich fands zu eklig und bin dann nur schnell wieder raus…

Am Freitag morgen sind wir dann um 5.45 los um mit einem Zug in den nächsten Ort Jaisalmer zu fahren. Dort waren wir 2 Tage und ich habe ein bisschen relaxt, Schlaf nachgeholt und mir das Fort in der Stadt angeschaut.

Heute morgen (Sonntag) sind wir dann schon um 4.30h los um einen öffentlichen Bus zu nehmen um in die nächste Stadt zu gelangen. Irgendwie hat unser Guide es geschafft, dass der Bus uns abholt bevor wir an die erste Haltestelle fahren:))). Ja deswegen habe ich auch einen Sitzplatz erwischt und kann gerade mal fleissig schreiben um euch up-to-date zu bringen;).
Es wäre gerade allerdings fast gescheitert, weil sie mich auf dem einzigten Stop der 6-8 stündigen Fahrt vergessen hätten. Wir haben keine 10 Minuten Pause gemacht, wie soll man es denn da aufs Klo schaffen?!… Na ja zum Glück haben die anderen aus der Gruppen gemerkt und sie haben nochmal angehalten…. Ich weiss sowas kann nur mir passieren, aber ich hab wirklich nicht getrödelt….:-)

Ansonsten geht’s mir gut. Ich geniesse mein Backpacker da sein…und fühle mich als wäre ich schon Wochen unterwegs. Wir unternehmen immer soviel, dass man kaum eine ruhige Minute hat. Die anderen aus der Gruppe sind total nett, wir sind alle so zw 20 und 30 Jahre alt.
Bis bald, Isabel



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3 Antworten zu “Die ersten Tage der Rundreise”

  • joelinho sagt:

    Ha ha ha, als du das mit dem Red Temple angefangen hattest, wurd ich schon stutzig! Und dann folgte schon gleich die Bestätigung mit dem Rattentempel! 😀 Wär ich niemals reingegangen.

    Aber prima, dass du den ersten Kulturschock überwinden konntest und dass du bei den Oeffis scheinbar keine Berührungsängste zeigst! Bin stolz auf dich.
    Im Stadtverkehr nie vergessen: Go with the flow!

  • easy sagt:

    Hi Joey,

    ‚Go with the flow‘ ist nicht immer so einfach, wenn ne Kuh im Weg steht;). Und seit dem ich weiss, dass hier keiner einen Führerschein ist mir auch klar warum sie so einen Fahrstil haben. Wie hast du das nur ausgehalten, wo du sonst immer auf Sicherheit achtest;).?
    Die Samosas haben mich für ein paar Tage ein bisschen ausgenockt, aber jetzt ist alles wieder gut. Und dabei find ich sie noch net mal so lecker…na ja denke jetzt geht alles :D. Und kalt duschen ist mittlerweile auch kein Problem mehr, man gewöhnt sich an alles…
    Ach ja und der Chaitee…boah ist der lecker, kein Vergleich zu der Brühe in Deutschland. Also sobald man sich eingewöhnt hat, ist es total schön hier:)

    So langsam hab ich mehr gesehen als du oder? Wie gehts dir, Trish und dem kleinen? Gvlg aus Indien!!!

  • Joey sagt:

    Ey Du,

    natürlich hat man in Indien auch nen Führerschein!!!
    Gibt auch überall Fahrschulen und Fahrschulautos.
    Indien ist viel bürokratischer als du denkst!

    Waren die Samosas von nem Straßenstand?
    Aber freut mich, dass du immer vertrauter mit der Kultur wirst.

    Uns gehts ganz gut, Kleiner pupst und gedeiht.

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